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Antibiotika in der Masthühnerhaltung

 
 


In industrialisierten Haltungen wie dieser Putenmast breiten sich resistente Keime schnell aus.

Die Haltung der Tiere auf engstem Raum unter hohen Besatzdichten ist ohne hohen Medikamenten-einsatz nicht möglich. Studien aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben ergeben, dass bis zu 96 Prozent der Masthühner in ihrem kurzen Leben Antibiotika erhielten. Dokumentiert ist, dass insbesondere in Ställen mit sehr vielen Tieren extrem häufig Antibiotika eingesetzt werden.
 
Zudem wurde nachgewiesen, dass Tiere zum Teil zu kurz mit Antibiotika behandelt werden, um mögliche Krankheiten auch wirksam zu behandeln. Beides erhöht die Gefahr von resistenten Keimen und Krankheitserregern, gegen die dann kein Medikament mehr hilft - ein erhebliches Gefährdungspotenzial für die Tiere und auch Menschen, denn die Keime können über die Stallluft oder auch über das Fleisch der Tiere übertragen werden. Eine im Januar 2012 veröffentlichte (nicht repräsentative) Untersuchung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat ergeben, dass jedes zweite Hühnerfleisch aus deutschen Supermärkten mit antibiotikaresistenten Keimen belastet ist.
 
Auch vor diesem Hintergrund ist ein Systemwechsel in der Tierhaltung dringend erforderlich. Die industrielle Intensivhaltung von Masthühnern muss abgeschafft werden und einer Haltung weichen, die die arteigenen Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Tiere berücksichtigt und ohne den systematischen Einsatz von Medikamenten auskommt.
 
 

Gefahr resistenter Keime

Menschen können sich durch direkten Kontakt mit den Tieren anstecken, durch Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder die Ausscheidungen der Tiere, die in die Umwelt gelangen bzw. durch gedüngte Pflanzen wieder in die Nahrung des Menschen kommen. Um diese Entwicklung nicht weiter zu unterstützen, rät die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von der Antibiotika-Behandlung von Tieren ab, die der Lebensmittelgewinnung dienen.
 
Neben der vorbeugenden Verabreichung von Antibiotika ist der illegale Handel ein zusätzliches Problem. Dieser wird durch den Vertrieb über das Internet weiter gefördert und betrifft besonders die Geflügelbranche.
 
Auch der umfangreiche Handel mit lebenden Tieren ist nach einer im August 2011 veröffentlichten EFSA-Studie ein zusätzliches Risiko für die Verschleppung resistenter Bakterien. Besonders problematisch ist die Monopolisierung in der Tierzucht - speziell der Schweine- und Geflügelzucht. Die Geflügelzucht teilen sich weltweit einige wenige Zuchtunternehmen. Allein in Europa sind es nur zwei Unternehmen, die über 85 Prozent des europäischen Marktes mit Broilern beherrschen.
 
Untersuchungen in den Niederlanden bei Masthühnern zeigten, dass Keime des Darmbakteriums E. coli, die Resistenzen gegen Antibiotika bewirken, schon bei Eintagsküken bis hin zu den schlachtfähigen Tieren nachgewiesen werden konnten. Betroffen waren sowohl Eintagsküken der Masttiere als auch Eintagsküken der Herden, die als Elterntiere zur Produktion von Bruteiern für die Nachzucht gehalten werden.

 
  Mehr zu diesem Thema:
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Pressemeldung
Heute Tierschutzinitiativen im Landtag von Schleswig-Holstein (25.01.12)
Grüne Woche 2012: Systemwechsel überfällig (17.01.12)
Antibiotika-Einsatz in Geflügelmast (10.01.12)
NRW-Regierungsfraktionen planen Maßnahmen gegen Agrarfabriken und Intensivmasthaltung (20.09.11)
 
Weiterführende Links
EFSA-Studie (englisch, 2011)
 
 

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